Zur Idee der PPD

Der Club der Polnischen Versager ist seit Jahrzehnten in vielen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen tätig. Wir arbeiten lokal als karitatives Nachbarschaftszentrum, international als informative Schnittstelle und global als Autoren, Kommentatoren und Satiriker. Neben unseren sozialen und kulturellen Tätigkeiten haben wir uns der Satire verschrieben. Bis vor kurzem noch haben wir uns vor allem auf die Berührungspunkte deutsch-polnischer Geschichte, Gegenwart und Zukunft konzentriert und hatten dadurch einen eher gesellschaftlichen als politischen Blickwinkel. Doch seit den neuesten politischen Entwicklungen in Polen, seit der Machtübernahme durch eine rechtskonservative Regierung, die zwar demokratisch gewählt wurde, aber alles daran setzt, die Demokratie mit demokratischen Mitteln zu beseitigen, wurden auch wir aufgrund der Auswirkungen auf unseren Kontinent, die EU und die deutsch-polnischen Beziehungen politisiert. Wir können und wollen die Errungenschaften der letzten 100 Jahre, unsere Freiheiten und unsere Rechte, nicht kampflos an Populisten abgeben. Deswegen die PPD! Das ist unsere Antwort, unsere Reaktion!

Seit der Wahl 2015 in Polen hat der Club mehrere künstlerische und satirische Aktionen durchgeführt. „Die Polenverklärer“, Satire-Shows über die neue Regierung, ein politischer Blog-Versuch, die Filmpremiere „Smolensk“, die Reihe „Korespondent wyjaśnia“ (Der Korrespondent klärt auf) und vieles mehr. Und plötzlich bemerkten wir, dass der Club der polnischen Versager kein reines Kunstprojekt mehr ist. Wir haben uns politisiert. Halb unbewusst.

Die Erfahrungen in Polen lassen uns auch zunehmend mit Sorge auf unsere, die deutsche Gesellschaft und auf unsere, die deutsche Politik blicken. Vor zwei Jahren haben wir einen kurzen Film gedreht – eine Folge unserer Serie „Ein Gespräch mit einem interessanten Menschen“. Es ging dabei um AfD-Mitglieder, die sich beim PiS-Parteitag Notizen machen, um später in den Bundestag einziehen zu können. Nun ist es wirklich so weit, und zwar wie bei der PiS mit populistischer Stimmungsmache und alternativen Halbwahrheiten. Und es fällt auf, da wo der Verstand schwach ist, sind die Populisten stark. Hier greifen wir aktiv ein. Das PPD-Projekt soll in erster Linie über unser Parteiensystem, über unsere parlamentarische Demokratie und unsere Rolle in diesem System aufklären.

Doch politische Bildung ist kein einfaches Gebiet. Will man es abstecken, hat es zunächst eine abschreckende Wirkung. Hier hilft die Polnische Partei Deutschlands (PPD). Sie dient dem Greifen, Anfassen, Herumspielen und Herumspinnen. Man kann mit ihr den Ernstfall üben, das eigene politische Engagement testen und entwickeln.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die fiktive Parteigründung der PPD. Diese soll vorbereitet und durchgeführt werden. Ferner soll die Parteientwicklung moderiert, provoziert und angeregt werden. Parteiprogramm, Flügelbildung, Vorsitz, Parteitag, Parteiaffäre, Parteifinanzierung und schwarze Kassen, Wahlkampagne und reale Politik – alle Elemente des Parteilebens sollen gemeinsam erfahren werden.

Doch keine Aufklärung ohne fundiertes Wissen und ohne Spaß. In regelmäßigen Veranstaltungen werden die besten Fachleute des Landes uns unter die Arme greifen, erklären, aufklären. In ernst gemeinten, kurzweiligen Vorträgen und Gesprächen werden sie die einzelnen Punkte thematisieren, analysieren, kommentieren. Um ein noch breiteres Publikum zu erreichen, werden außerdem in regelmäßigen Satireshows die gleichen Themen ein weiteres Mal zugespitzt präsentiert. Denn wir wissen genau, dass Satire sich bestens zur Aufklärung eignet, ohne zu ermüden.

Die zentrale Anlaufstelle ist der Club der Polnischen Versager in Berlin-Mitte. Dank Internetseite, Social Media und Online-Präsenz ist das Projekt aber nicht nur berlinweit sondern auch deutschlandweit zugänglich: zeitlich und örtlich unbegrenzt.