PPD Newsletter und Ankündigung des Monats Dezember

Liebe PPD-Freunde,

die Medienresonanz war enorm, als Anfang des Jahres das Projekt „PPD – Der Club der polnischen Versager gründet eine Partei“ ins Leben gerufen wurde. Sicher, es gab auch die ein oder anderen Hater – doch gerade sie haben uns immer wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist, Vorurteile und Ignoranz mit Bildungsarbeit und politischer Aufklärung zu begegnen. Vor allem und besonders in Zeiten wie diesen, in Zeiten von Brexit, Trump und Putin, von Fake News und Cyber War, von Populismus, Panikmache und Hetze. 

Wir können und wollen die Errungenschaften der letzten 100 Jahre, unsere Freiheiten und unsere Rechte, nicht kampflos an Populisten abgeben. Deswegen die PPD! Das ist unsere Antwort, unsere Reaktion! Wir haben in den vergangenen Monaten verstanden, dass die Politik auch für uns ist. Dass die Politik zugänglich ist und dass wir uns engagieren müssen. Das haben wir nicht zuletzt aus den monatlichen Gesprächen mit unseren Experten mitgenommen.

1) Ein Rückblick auf unsere Expertenabende:

Katharina Nocun, Bloggerin und ehemalige Piraten-Politikerin, hat uns als erster Gast unserer Experten-Gesprächsreihe in diesem Jahr mit den Grundlagen einer Parteigründung vertraut gemacht, wie sie vonstattengeht und was dabei zu beachten ist. 

Der Jurist, Publizist und Politologe Albrecht von Lucke warnte im März, es sei „völlig unsicher, ob wir in 10 Jahren noch Demokratie haben werden“. Seiner Meinung nach sollte eine Revitalisierung des politischen Kurses in den Volksparteien stattfinden – und dort sollte sich die PPD einbringen. Fortan war es vor allem das Geld, das sich als roter Faden durch unsere Expertengespräche zog. 

Das machte auch unser März-Experte Hans-Ulrich Jörges klar. Besonders bei Parteineugründungen bestehe die Gefahr, dass Leute mit Existenzproblemen in der Politik mit ihren verlockenden Diäten und Sitzungsgeldern einen Versorgungsposten sehen. Das sei nicht zu unterschätzen, meinte Jörges, bevor er abschließend anmerkte: „Im besten Fall haben die Menschen keine Erwartungen an die Partei, sondern bringen selbst etwas mit.“ 

Ähnlich äußerte sich auch im Folgemonat Gesine Schwan. Eine Parteimitgliedschaft sieht sie als Vehikel, um sich an gesellschaftlichen Debatten zu beteiligen. Sobald eine Partei abhängig vom Geld werde, gebe es Probleme. Der PPD riet sie daher, so viele Mitglieder zu werben, dass nicht alle abhängig vom Geld und gut bezahlten Posten sind. 

Noch konkreter wurde es im Mai mit Dietmar Nietan, dem Bundesschatzmeister der SPD. Unseren Plänen, einen Notgroschen für schlechte Zeiten zurückzulegen, erteile er flugs eine Abfuhr, „denn 95 Prozent des Mists, der gebaut wird, kommt raus“. Und ob durch Dummheit, Schusselei oder kriminelle Energie – am Ende steht die Strafe, die gezahlt werden muss. In der Politik gibt es aber noch eine andere Währung als Geld: Wählerstimmen. 

„In der deutschen Politik geht es nicht um Geld, sondern die Währung in der Politik sind die Stimmen“, erklärte unser September-Experte Robin Alexander, vielfach ausgezeichneter WELT-Journalist. Er verglich den Parteivorsitzenden mit einem Räuberhauptmann, der geduldet wird, solange er die Beute herbeischafft. In dem Moment aber, in dem diese ausbleibt, sei auch die Zeit einer Langzeitvorsitzenden wie Angela Merkel vorbei. Nach den Wahlen in Bayern und Hessen und dem Rückzug Angela Merkels als Parteivorsitzende, hat sich Alexanders Einschätzung schneller als erwartet bestätigt. 

Im politischen Kosmos zirkulieren aber noch weitere Währungen. „Die Medienresonanz wird als Realität wahrgenommen, das ist die Währung, mit der gemessen wird“, so das Urteil von unserem Oktober-Experten Hajo Schumacher. Die Häufigkeit, mit der über Politiker geschrieben wird, ist ein Pfund, mit dem sie wuchern können. Phasenweise sind so regelrechte Polit-Stars entstanden. 

Ein solcher war schließlich im November bei der PPD zu Gast: Jürgen Trittin. Mit ihm sprachen wir über die Flügelbildungen innerhalb einer Partei. Für Trittin sind Flügel innerhalb einer Partei in erster Linie ein Instrument der Stabilisierung. Sie sorgen dafür, dass es nicht zu einer einseitigen Radikalisierung kommt. Die Funktion von Parteiflügeln illustrierte er zudem mit dem Bild einer Taube. „Eine fette Taube kann nicht fliegen ohne Flügel, aber ihr Schwerpunkt liegt in der Mitte“. Sollten die Flügel allerdings überheblich werden und glauben, sie könnten allein fliegen, hat das in der Ansicht Trittins nur eine Folge: „Dann fallen sie auf die Schnauze.“

2) Letzter PPD-Stammtisch:

Zu einem letzten Arbeitstreffen kommen wir am Donnerstag, 6.12., ab 19 Uhr zusammen. Zu diesem letzten PPD-Stammtisch in diesem Jahr freuen wir uns noch einmal auf alle Interessierten, die Fragen zu dem Projekt haben. Jeder ist herzlich eingeladen, vor Ort vorbeizuschauen. Wir sammeln die letzten Ideen, um dem PPD-Projekt den Weg in die Zukunft zu ebnen. Vorschläge werden gerne auch per Mail angenommen. Die besten Vorschläge werden wir natürlich auf unsere Homepage publizieren.

> SAVE THE DATE: PPD-Stammtisch am Donnerstag, 6.12., ab 19 Uhr

3) Satire-Show und PPD-Abschlussparty:

Im Anschluss an die Expertengespräche haben wir das Gelernte monatlich auf satirische Weise umgesetzt. Zum letzten Mal tun wir dies am 15. Dezember. Und da sich das Jahr der PPD dem Ende entgegenneigt, widmen wir uns der düsteren Jahreszeit angemessen – dem Vergehen, dem Abschied und dem „Ende der Volksparteien“. Dr. Mordel spricht über das Ende eines Menschen und Eule und Freunde philosophieren darüber, wie es mit einem Politiker weitergeht, wenn er Macht, Geld und Einfluss eingebüßt hat und sich urplötzlich auf dem Abstellgleis der Politik wiederfindet. Derweil denken die Bernauer darüber nach, wie die Welt aussehen wird, wenn es mit der Menschheit einmal vorbei sein wird. Wer mit uns auf den Hades der Politik schwimmen will: Die Show beginnt um 20 Uhr. 

Doch danach feiern wir das Leben und laden zur großen PPD-Abschlussveranstaltung – inklusive einem PPD-Statement, das dereinst im selben Atemzug genannt werden wird wie Abraham Lincolns „Gettysburg Address“ oder Martin Luther Kings „I have a dream“! 

SAVE THE DATE: Satire-Show am Samstag, 15.12., um 20 Uhr, Thema: Das Ende der Volkspartei

Und im Anschluss: Große PPD-Abschlussparty

Alle genannten Veranstaltungen finden statt im: Club der polnischen Versager e.V., Ackerstraße 168, 10115 Berlin.

Alle Informationen und Veranstaltungen gibt es zudem auf www.polnischepartei.de

Wir melden uns wieder im Dezember! Dann werden wir Euch detailliert darüber informieren, wie und in welcher Form die PPD im neuen Jahr ihre Mission weiterverfolgt. In jedem Fall bleiben wir wie bisher – viele Sprache, eine Stimme.

Eure PPD!